Die Tore zur Ewigkeit

Heute geht es um Tore, Kamele und Ventile. Wir haben hier eine verrückte Geschichte, die ich nicht biblisch unterlegen kann, aber die aus mir heraussprudelte, nachdem ich den HERRN um ein Thema gebeten hatte …

Warum sprechen wir von „Toren zur Ewigkeit“, wenn wir den folgenden Vers betrachten?

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.
(Lukas 18,25; NGÜ)

Den Vers kennt beinahe jeder, möchte ich mal behaupten. Und es ist schon unendlich viel darüber geschrieben worden. Heute wird’s mal ganz verrückt, denn ich habe eine Geschichte auf Lager, von der ich selbst nicht weiß, wo sie herkommt.

“Sie hat nichts gespürt …“

Beim Schlendern auf dem Weg zur Ewigkeit triffst du Jesus. Ihr geht ein Stück des Weges zusammen. Freundlich unterhaltet ihr euch, als er plötzlich auf eine Art Riss in der Mauer zeigt und ganz beiläufig zu dir sagt: „Siehst du diese kleine Öffnung da vorn? Das ist die Pforte in den Himmel. Da musst du durch. Einen anderen Weg gibt es nicht.“

Aufmunternd sieht er dich an. 

Du schweigst, während dir panikartige Gedanken durch den Kopf jagen: „Da muss ich durch? Wie soll das gehen? Das Loch ist so klein, da passt gerade mal ein Reh durch. Doch ich bin kein Reh, ich bin ein Kamel. Ein ziemlich großes sogar!“ 

(Doppeldeutigkeiten sind durchaus im Sinne des Autors.)

Mit großen Augen siehst du Jesus an. Er lächelt, dabei scheint er auf etwas zu warten.

„Das ist der einzige Weg?“, stammelst du. „Es gibt kein Tor und keine Brücke oder so etwas?“

Immer noch lächelnd schüttelt Jesus den Kopf: „Keine Brücke, kein Tor und keine Tricks … es gibt nur diesen Spalt.“ Mit dem Kopf nickt er in Richtung Mauer.

Du hast das Gefühl, dein Gehirn friert ein. Irgendetwas stimmt hier gerade überhaupt nicht. Von einem Moment auf den anderen bricht deine heile Geisteswelt in sich zusammen. Insgeheim hast du immer angenommen, du bist unterwegs zu den „Toren der Ewigkeit“ …

„Aber ich bin doch ein Kamel!“, platzt es aus dir heraus, „wie soll ich da denn durchpassen?“

Verzweifelt siehst du Jesus an. Immer noch lächelnd nickt er mit dem Kopf: „Du hast recht, du bist wirklich ein Kamel.“ Inzwischen grinst er breit und du weißt nicht, ob er dich jetzt auf den Arm nimmt oder überhaupt nicht versteht, dass du gerade so eine Art Panikattacke hast.

„Soll ich dir helfen?“, fragt Jesus.

Du kannst nur nicken.

„Ich zeig’ dir was“, Jesus berührt dich am sanft am Bauch, „heb mal deinen Pullover an.“

Etwas irritiert fummelst du an deinem Pullover rum.

„Das Unterhemd auch!“

Etwas komisch kommst du dir jetzt schon vor. Doch Jesus scheint zufrieden. Lächelnd zeigt er auf deinen Bauchnabel: „Schau mal genau hin“, sagt er, „fällt dir etwas auf?“

Das erste Mal im Leben widmest du deinem Bauchnabel mehr als einen flüchtigen Blick. Und tatsächlich, dort ist etwas. Vorsichtig tastest du deinen Nabel ab. War das vorher auch schon da? Dieses Etwas fühlt sich an wie eines dieser Ventile, die du von aufblasbaren Gummitieren kennst.

Jesus nickt dir freundlich zu.

Fragend siehst du ihn an: „Soll ich wirklich …?“

Jesus nickt.

Mit zittrigen Fingern öffnest du das Ventil.

Und im selben Moment spürst du, wie etwas aus dir entweicht. Zischend strömt es heraus. Es fühlt sich an, als würde die Luft aus einer alten muffigen Luftmatratze abgelassen. Du spürst, wie der Druck in dir nachlässt, wie sich alles in dir entspannt, du fühlst dich sofort erleichtert. Und du stellst erstaunt fest, dass du dich veränderst. Mit jeder Sekunde wirst du schmaler, schlanker und strammer.

Kurz schießt dir der Gedanke durch den Kopf: „So muss sich ein Kugelfisch fühlen, wenn er Luft ablassen kann. Verrückt!“

Alles weicht von dir: Deine Ungeduld, deine Selbstbezogenheit, deine Ängste und all das andere, das dich dein Leben lang begleitet und behindert hat. Jede Lieblosigkeit entweicht, jede Selbstsucht, jede Gier und jeder Neid; alles, was dich von Gott noch trennt.

Jesu Gegenwart holt es aus dir heraus. All das muss fliehen, wenn ER da ist.

Jesus sieht dich lächelnd an. Und du spürst, es zieht dich wie magisch zu ihm hin. Dann öffnet er einladend seine Hand und streckt sie dir entgegen. Du greifst danach und gemeinsam dreht ihr euch zur Mauer. Das Zischen hat jetzt aufgehört. Du tastest nach deinem Bauch, doch das Ventil ist weg.

Jesus fasst deine Hand und gemeinsam geht ihr durch die Öffnung …

Der Arzt wird am nächsten Morgen sagen: „Plötzlicher Herztod. Sie hat nichts gespürt.“

Der Jesus-Journalist ✍🏻

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